Nachhaltiges Handeln: Verantwortung in der Wertschöpfung

Einkauf und Lieferanten­management

Der Einkauf versorgt das Unternehmen weltweit mit Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen. Durch unsere Einkaufsaktivitäten und Lieferantenbeziehungen üben wir Einfluss auf Gesellschaft und Umwelt aus. Daher sind sowohl wirtschaftliche als auch ethische, ökologische und soziale Grundsätze in unserer global gültigen Einkaufsrichtlinie verankert, die für alle Mitarbeiter bindend ist.

Der Einkauf ist eine Konzernfunktion, dessen Leiter direkt an den Finanzvorstand berichtet. Aufgrund der Unterschiedlichkeit der Segmente verfügt Bayer über ein vielfältiges Einkaufsportfolio. Der Einkauf ist zentral für alle Segmente tätig und ermöglicht Synergien durch die Bündelung von Know-how und Einkaufsvolumina.

14,9 Mrd. €

betrug 2017 das Einkaufsvolumen von Bayer.

Die nachfolgende Tabelle zeigt einige Hauptdaten unserer Einkaufsaktivitäten.

Einkaufsaktivitäten

 

 

2016

 

2017

Vorjahreswerte angepasst

Einkaufsvolumen in Mrd. €

 

14,8

 

14,9

Ausgaben in OECD-Staaten (überwiegend Deutschland und USA) in Mrd. €

 

12,2

 

12,2

Ausgaben in Nicht-OECD-Staaten (überwiegend Brasilien, Indien, China) in Mrd. €

 

2,6

 

2,7

Anzahl Lieferanten

 

97.270

 

93.330

Anzahl Länder

 

151

 

148

In unserer Lieferkette berücksichtigen wir sowohl alle Arten von Lieferanten als auch ihre Vielfalt (Supplier Diversity).

Der Einkauf agiert nach einheitlich festgelegten Einkaufs- und Lieferantenmanagementprozessen. Langfristige Verträge und ein aktives Lieferantenmanagement für strategisch bedeutsame Waren und Dienstleistungen sind dabei wichtige Elemente. Dadurch minimieren wir nicht nur einkaufsspezifische Risiken wie Lieferengpässe oder größere Preisschwankungen, sondern stellen auch die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns und reibungslose Produktionsabläufe sicher. Die enge Zusammenarbeit und gezielte Einbindung ausgewählter Lieferanten in Innovationsprozesse ermöglichten Bayer den Zugang zu neuartigen Lösungen.

Um zeitnah auf die Anforderungen unserer Standorte reagieren zu können, Lokaler Einkauf bei Bayer bedeutet, dass die (Bayer-)Gesell­schaft, für die bestellt wurde, im selben Land sitzt wie der Lieferant, bei dem bestellt wurde. . Damit wird zugleich die regionale Wirtschaft gestärkt. Dies traf im Berichtsjahr auf 71 % (2016: 71 %) des Einkaufsvolumens an unseren Hauptgeschäftsstandorte Eine Auswahl an Ländern, in denen Bayer im Jahr 2017 mehr als 80 % des Umsatzes generierte (USA, Deutschland, China, Brasilien, Japan, Frankreich, Kanada, Italien, Mexiko, Großbritannien, Indien, Spanien, Australien, Russland, Schweiz, Polen, Türkei und Argentinien). und bezogen auf alle Länder weltweit auf 71 % (2016: 71 %) der Einkäufe zu. Einen Überblick über die im Berichtsjahr beschafften direkten und produktionsbezogenen Haupteinkaufsmaterialien bietet die folgende Tabelle.

Online-Ergänzung: A 1.4.2.1-1

eingeschränkt geprüft

Direkte Haupteinkaufsmaterialien

Wirkstoffe (z. B. Small Molecules, biologische Präparate), radioaktive Stoffe (z. B. Actinium, Radium), Zwischenprodukte (z. B. Epoxyphthalimid), Rohstoffe (z. B. Iod, Cell Culture Media, Lösungsmittel), pharmazeutische Hilfsstoffe (z. B. Zellulose, Stärke), Packmittel, Medizingeräte, Fertigprodukte (z. B. Zetia)

Wirkstoffe (z. B. Naproxen Sodium, Loratadine, Paracetamol), Vitamine (z. B. Vitamin C und B), Hilfs- und Betriebsstoffe, Fertigprodukte (z. B. Canesten™, Dr. Scholl‘s™, Berocca™), Packmittel

Wirkstoffe (z. B. Mancozeb), Hilfsstoffe und Lösungsmittel (z. B. Rapsöl, Toluol, Ammoniak), komplexe Zwischenprodukte (z. B. mehrfach fluoridierte Pyridine), Packmittel

Fertigprodukte, Wirkstoffe (z. B. Moxidectin, Praziquantel, Baycox-Isocyanate), Packmittel (z. B. Seresto™-Dosen, Spot-on-Tuben), Rohstoffe, Hilfsstoffe

Nachwachsende Rohstoffe spielen bei Bayer aufgrund des Portfolios eine untergeordnete Rolle. Sie werden vor allem dort eingesetzt, wo es unter technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten sinnvoll ist.

Online-Ergänzung: A 1.4.2.1-2

eingeschränkt geprüft

Bayer verwendet in geringem Maße Palm(kern)öl- und Soja-Derivate zur Formulierung von Wirkstoffen oder in Wirkstoffvorstufen. Im Rahmen unserer Aktivitäten zur Förderung nachhaltiger Landwirtschaft sind wir Mitglied der Roundtables on Sustainable Palm Oil (RSPO) und Responsible Soy (RTRS). Um die Produktion von zertifiziertem, nachhaltigen Palm(kern)öl sowie Soja zu unterstützen, haben wir im Jahr 2017 entsprechend unseren eingesetzten Mengen sogenannte RSPO- bzw. RTRS-Credits Das Credit System ist ein Modell, das die Produktion RTRS- / RSPO-zertifizierter ökologisch, sozial und wirtschaftlich nachhaltiger Produkte durch den Verkauf von sogenannten Credits unterstützt. Der finanzielle Erlös der Credits kommt den Landwirten zugute, die dadurch die Mehrkosten für die nachhaltige Produktion kompensieren können. gekauft.

Zudem kooperiert Crop Science intensiv mit dem RTRS. Ziel der Zusammenarbeit ist die gegenseitige Unterstützung bei der Zertifizierung von brasilianischen Sojaproduzenten nach den hohen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Kriterien des RTRS-Standards.

Bei Pharmaceuticals werden einige Hormone auf Basis von Sterinen synthetisiert. Diese entstehen bei der Herstellung von Pflanzenölen aus z. B. Soja sowie bei der Holzverwertung. Zusätzlich kaufen wir verschiedene Steroide ein, die aus Diosgenin oder seinen Zwischenstufen hergestellt werden. Diese Substanz stammt größtenteils aus der Yamswurzel, die u. a. in China angebaut wird. Darüber hinaus nutzen wir bei unseren Fermentierungsverfahren Rohstoffe wie Wasser, Glukose, Hefe, Sojastärke, Kastor-Öl und Maisquellwasser.

Consumer Health setzt Extrakte aus Pflanzen ein, um Arzneimittel auf pflanzlicher Basis herzustellen. Wir verwenden große Sorgfalt beim Anbau und der Gewinnung von Rohstoffen, die nach internationalen Standards wie z. B. den Vorgaben der GACP (Gute Praxis für die Sammlung und den Anbau von Arzneipflanzen) erfolgen.

Bayer-Nachhaltigkeitsanforderungen im Verhaltenskodex für Lieferanten definiert

Unsere Lieferkette gestalten wir auf globaler wie regionaler Ebene nach klaren, nachhaltigkeitsbezogenen Kriterien und Standards. Für Bayer ist die Einhaltung dieser Standards ein elementarer Wertschöpfungsfaktor und wichtiger Hebel zur Risikominimierung. Daher ist konzernweit ein vierstufiger Prozess zur Verbesserung der Nachhaltigkeitspraktiken in der Lieferkette etabliert, der aus den Elementen Bewusstseinsbildung, Lieferantenauswahl, -bewertung und -entwicklung besteht. Er ist in einer Handlungsanweisung definiert und wird zentral von der Nachhaltigkeitsabteilung des Einkaufs gesteuert. Die Umsetzung des Prozesses erfolgt durch eine funktionsübergreifende Zusammenarbeit der Konzernfunktionen Einkauf sowie „Health, Safety und Sustainability“.

Unsere Nachhaltigkeitsanforderungen sind im Bayer-Verhaltenskodex für Lieferanten festgelegt, der auf den Prinzipien des UN Global Compact Der United Nations Global Compact (UNGC) ist die weltweit größte und wichtigste Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung. Auf der Grundlage von zehn universellen Prinzipien aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung verfolgt der UNGC die Vision einer inklusiven und nachhaltigen Weltwirtschaft zum Nutzen aller Menschen, Gemeinschaften und Märkte. Mit der Verpflichtung zum UNGC ist eine jährliche Dokumentation des Unternehmensengagements zur Erreichung der zehn Prinzipien verbunden. sowie unserer Menschenrechtsposition beruht. Er ist in 14 Sprachen verfügbar und umfasst die Bereiche Ethik, Umgang mit Mitarbeitern, Gesundheitsschutz, Sicherheit, Umweltschutz und Qualität sowie Managementsysteme. Der Kodex stellt die grundsätzliche Basis der Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten dar und findet Anwendung bei ihrer Auswahl und Bewertung.

Der Lieferantenkodex ist konzernweit in die elektronischen Bestellsysteme und Verträge integriert. In unseren Standard-Lieferverträgen sind außerdem Klauseln enthalten, die Bayer berechtigen, Lieferanten auf Einhaltung der Nachhaltigkeitsanforderungen zu überprüfen.

Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung unserer Lieferanten

Bayer überprüft die Einhaltung der Kodex-Vorgaben mittels Online-Bewertungen und durch Audits von externen Auditoren bei Lieferanten vor Ort. Die Auswahl der zu bewertenden Lieferanten erfolgt durch eine Kombination aus Länder- und Kategorierisiko sowie nach ihrer strategischen Bedeutung entsprechend unseren Konzernzielen.

Konzernziel 2017:

Bewertung aller strategisch bedeutenden Lieferanten

Konzernziel 2020:

Bewertung aller potenziell risikobehafteten Lieferanten mit signifikantem Bayer-Einkaufsvolumen

Wir hatten uns zum Ziel gesetzt, alle strategisch bedeutenden Lieferanten bis Ende 2017 zu bewerten. Zu dieser Gruppe gehören Lieferanten mit großem Einfluss auf das Geschäft, u. a. in Bezug auf Einkaufsvolumen und Langfristigkeit in der Zusammenarbeit (3–5 Jahre). Erreicht wurde eine Bewertung von 99,5 % (2016: 98 %) dieser Lieferanten. Ursache für die fehlende Abdeckung waren geschäftsinhärente Fluktuationen. Die ausstehenden Bewertungen sind für das erste Quartal 2018 terminiert. Bis 2020 wollen wir außerdem alle Lieferanten mit einem signifikanten Einkaufsvolumen (> 1 Mio. € p. a.) bewerten, die aufgrund des kombinierten Länder- und Kategorierisikos als potenziell risikobehaftet gelten. Im Berichtsjahr liegen wir bei 93 % (2016: 83 %). Bei neuen Lieferanten dieser Kategorie räumt sich Bayer das Recht ein, ihre Nachhaltigkeitsleistung mittels Online-Bewertung oder einem Audit vor Ort zu überprüfen.

Die Online-Bewertungen führt der Dienstleister EcoVadis für Bayer durch. Die Bewertungskriterien entsprechen unseren Kodex-Anforderungen und berücksichtigen Länder- und Branchen-Spezifika sowie die Größe der Lieferanten. 2017 haben wir 622 (2016: 649) Lieferanten über EcoVadis bewerten lassen.

Darüber hinaus wurden im Berichtsjahr 57 (2016: 52) unserer Lieferanten vor Ort durch externe, unabhängige Auditoren überprüft. Die Überprüfungskriterien decken sowohl unsere Kodex-Vorgaben als auch branchenspezifische Anforderungen ab, die wir in den Industrieinitiativen „Together for Sustainability“ (TfS) und „Pharmaceutical Supply Chain Initiative“ (PSCI) gemeinsam erarbeitet haben. Diese Initiativen sollen zu einer Standardisierung der Nachhaltigkeitsanforderungen von Lieferanten in der Chemie- und Pharmaindustrie beitragen. Außerdem entstehen durch den Austausch der Bewertungs- und Auditergebnisse Synergien innerhalb der jeweiligen Initiativen. Dies trägt zur Erfüllung unseres Konzernziels bei, bis zum Jahr 2020 für unsere Lieferanten einen neuen Nachhaltigkeitsstandard zu entwickeln und einzuführen.

Innerhalb der TfS-Initiative wurden 2017 insgesamt 1.794 (2016: 1.773) Nachhaltigkeitsbewertungen ebenfalls über EcoVadis und 441 (2016: 241) Audits, u. a. in China, Japan, Indien und Brasilien, durchgeführt. Über PSCI waren es im Berichtsjahr 67 (2016: 51) Audits, u. a. in Indien, China und Russland.

Konzernziel 2020:

Entwicklung und Einführung eines neuen Nachhaltigkeitsstandards für unsere Lieferanten

Darüber hinaus überprüfen auch Bayer-Auditoren ausgewählte neue und bestehende Lieferanten, insbesondere mit Schwerpunkt auf Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz. Diese Audits finden u. a. bei Lieferanten der Lohn- und Auftragsfertigung mit erhöhtem Risikopotenzial statt. 2017 wurden insgesamt 115 (2016: 168) Lieferanten durch Bayer-Auditoren bewertet.

Liegen bei der Online-Bewertung oder einem Audit vor Ort besonders kritische Nachhaltigkeitsschwächen vor und kann in einer erneuten Überprüfung keine Verbesserung festgestellt werden, behält sich Bayer vor, die Lieferantenbeziehung zu beenden. 2017 waren wir nicht veranlasst, eine Lieferantenbeziehung allein aufgrund der Nachhaltigkeitsleistung zu beenden.

Online-Ergänzung: A 1.4.2.1-3

eingeschränkt geprüft
Bewertungen und Audits von Bayer-Lieferanten

 

 

2016

 

2017

Vorjahreswerte angepasst

1

Durch Bayer initiierte sowie über EcoVadis innerhalb der TfS-Initiative geteilte Erst- und Neubewertungen von Lieferanten, die für Bayer tätig sind

2

Durch Bayer initiierte sowie innerhalb der TfS- und PSCI-Initiative geteilte Erst- und Folge-Audits von Lieferanten, die für Bayer tätig sind

3

Health, Safety, Environment (Gesundheit, Sicherheit, Umwelt)

Nachhaltigkeitsbewertungen1 über die EcoVadis-Plattform

 

649

 

622

Nachhaltigkeits-Audits2 durch externe Auditoren

 

52

 

57

Nachhaltigkeits- / HSE3-Audits durch Bayer-Auditoren

 

168

 

115

Die Online-Bewertungen und Audits werden analysiert und dokumentiert, um bei nicht zufriedenstellenden Ergebnissen mit den Lieferanten konkrete Verbesserungsmaßnahmen zu definieren. Dies betraf im Berichtsjahr vor allem die Bereiche Nachhaltiger Einkauf sowie Gesundheitsschutz und Sicherheit. Bei kritischen Ergebnissen werden die Lieferanten von Bayer aufgefordert, die festgestellten Schwachpunkte auf der Basis von konkreten Aktionsplänen innerhalb eines angemessenen Zeitraums zu beseitigen. Unser regelmäßiges Monitoring zeigt, dass im Berichtsjahr 348 unserer insgesamt 679 überprüften Lieferanten ihre Nachhaltigkeitsleistung verbessert haben.

Online-Ergänzung: A 1.4.2.1‑4

eingeschränkt geprüft

In den Online-Bewertungen durch EcoVadis zeigten die Lieferanten 2017 vor allem in den Bereichen Nachhaltiger Einkauf sowie Umwelt und Ethik Verbesserungsbedarf. Als kritisch bezüglich ihrer Nachhaltigkeitsleistung werden die Lieferanten betrachtet, die weniger als 25 von 100 möglichen Punkten erzielen.

Ergebnisse der Lieferanten-Online-Bewertungen nach Bereichen

Ergebnisse der Lieferanten-Online-Bewertungen nach Bereichen (Balkendiagramm)

Bei den Audits zeigten die Lieferanten den größten Verbesserungsbedarf in den Bereichen Gesundheitsschutz und Sicherheit sowie Managementsysteme. Dies betraf sowohl die von Bayer initiierten als auch die innerhalb der TfS- oder PSCI-Initiative geteilten Audits. Ein Lieferant erhält ein kritisches Ergebnis, wenn ein schwerwiegender Verstoß oder erhebliche Mängel bezüglich der Nachhaltigkeitsleistung vorliegen. 2017 wiesen 20 Lieferanten (3 % aller bewerteten und auditierten Lieferanten) ein kritisches Ergebnis bezüglich ihrer Nachhaltigkeitsleistung auf.

Verbesserungsmaßnahmen in der Lieferkette greifen

Die Umsetzung der von uns geforderten Verbesserungen kontrollieren wir mittels Neubewertungen oder Folge-Audits. 2017 wurden 550 Lieferanten über die EcoVadis-Plattform erneut bewertet, von denen über 60 % ihre Nachhaltigkeitsleistung verbesserten. Zahlreiche Lieferanten unterziehen sich nach erfolgten Verbesserungen einer freiwilligen Neubewertung. Bei zehn Folge-Audits konnte die ausreichende Behebung von zuvor identifizierten Mängeln nachgewiesen werden.

Zusätzlich wurden Prüfprozesse zur Erfüllung weiterer internationaler Regularien etabliert, wie u. a. für die Vorschriften, die Unternehmen zur Offenlegung der Herkunft bestimmter Rohstoffe auffordern. Dies betrifft z. B. die sogenannten Konfliktmineralien sind Mineralien, die in Konfliktregionen gefördert werden. Zu diesen Mineralien gehören Zinn-, Wolfram-, Tantal-Erze sowie Gold oder deren Derivate. Als Konfliktregionen, in denen bewaffnete Konflikte zur Kontrolle dieser Ressourcen ein zentrales Element darstellen, gelten vor allem der Osten der Demokratischen Republik Kongo und die angrenzenden Länder. aus Regionen wie der Demokratischen Republik Kongo oder deren Nachbarstaaten. Alle 101 (2016: 117) potenziell von dieser Thematik betroffenen Lieferanten der ersten Stufe wurden überprüft. Bei 60 % (2016: 53 %) konnte ein „conflict-free“-Status bestätigt werden. Mit den restlichen Lieferanten wurde die Einhaltung der Vorgaben vereinbart.

Schulungen und Dialog zum Thema Nachhaltigkeit

Mit gezielten konzernweiten Trainings unterstützen wir unsere Einkaufs-Mitarbeiter bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsanforderungen. Auch unseren Lieferanten bieten wir vielfältige Entwicklungs- und Austauschmöglichkeiten zu diesem Thema an.

Online-Ergänzung: A 1.4.2.1-5

eingeschränkt geprüft

Im Rahmen unserer Lieferanten-Nachhaltigkeitsbewertungen haben wir besonders für China und Indien ein Länderrisiko identifiziert. Daher haben wir in Indien intensive Schulungen und Trainings sowohl für unser lokales Einkaufspersonal als auch für externe Auditoren der PSCI-Initiative durchgeführt. Bayer nutzte in China seinen Lieferantentag 2017, um sich über die Nachhaltigkeitsanforderungen unseres Unternehmens auszutauschen. Auch in Zusammenarbeit mit PSCI und TfS haben wir 2017 in Indien und China Lieferantentrainings und -workshops durchgeführt. Unsere beiden Industrieinitiativen bieten mit der TfS-Supplier-Academy und den PSCI-Nachhaltigkeits-Webinaren weitere Fortbildungsbausteine für unsere Lieferanten an.

Kampf gegen Kinderarbeit in der Saatgutlieferkette

Eine wesentliche Herausforderung stellt die Bekämpfung von Kinderarbeit in der Saatgutlieferkette unseres Segments Crop Science dar. Unsere Position zu Kinderarbeit ist unmissverständlich: Bei Bayer gilt ein striktes Verbot von Kinderarbeit gemäß den ILO-Kernarbeitsnormen Die acht Kernarbeitsnormen der ILO (Internationale Arbeitsorganisation), in denen die Mindestanforderungen an menschenwürdige Arbeitsbedingungen definiert sind, gelten als international anerkannte „qualitative Sozialstandards“. Sie haben den Charakter von universellen Menschenrechten, die für alle Länder – unabhängig vom Stand der wirtschaftlichen Entwicklung – Gültigkeitsanspruch haben. der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Wir verpflichten deshalb auch unsere Lieferanten, konsequent auf Kinderarbeit zu verzichten.

Bayer engagiert sich seit Jahren in Indien, Bangladesch, China, Thailand und auf den Philippinen mit seinem „Child Care Program“ systematisch gegen Kinderarbeit in der Baumwoll-, Reis- und Gemüsesaatgutlieferkette und führt Kontrollen vor Ort durch. Dieses Programm wird in den Ländern aufgebaut, in denen es aufgrund unserer Risikobewertung Fälle von Kinderarbeit in der Saatgutproduktion geben könnte. Dabei sensibilisieren wir unsere Zulieferer für diese Problematik und machen unsere Anforderungen deutlich. Im Berichtsjahr wurden Risikobewertungen für Länder wie Paraguay, Uruguay, Argentinien, Peru und Chile durchgeführt. Es wurde festgestellt, dass das Risiko von Kinderarbeit in unserer Saatgutlieferkette in diesen Ländern aufgrund staatlicher Kontrollen oder des hohen Einsatzes mechanisierter Prozesse gering ist. Die Lieferanten werden aber auch in diesen Ländern von Bayer auditiert und unsere Mitarbeiter entsprechend sensibilisiert.

Die meisten Fälle von Kinderarbeit stellen wir in Indien fest. Daher findet dort auch die Mehrzahl unserer Maßnahmen und Kontrollen statt. Bei Baumwoll-Saatgutproduzenten in vier indischen Distrikten werden zusätzlich unangekündigte Besuche von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY (vormals Ernst & Young), Indien, durchgeführt.

Die absolute Anzahl der Kinderarbeitsfälle war bis 2016 rückläufig. Allerdings haben wir für das Berichtsjahr einen Anstieg bei Lieferanten für Baumwoll-Hybrid-Saatgut in Indien zu verzeichnen. Diese Fälle wurden überwiegend bei neuen Lieferanten in Regionen festgestellt, in denen Bayer bisher nicht aktiv war. Bayer hat die Aktivitäten des „Child Care Program“ im Umfeld der betroffenen Betriebe ausgebaut und Nachfolge-Audits durchgeführt. Aufgrund unseres Engagements erwarten wir für das kommende Jahr wieder eine Reduzierung der Kinderarbeitsfälle.

Online-Ergänzung: A 1.4.2.1-6

eingeschränkt geprüft

Boni und Sanktionen für Lieferanten

Zu den umfassenden Maßnahmen von Crop Science im Rahmen des „Child Care Program“ zählt die Kontrolle der in Lohnarbeit getätigten Saatgutproduktion. Dazu besuchen unsere spezialisierten Mitarbeiter, insbesondere während der Anbausaison, die Felder der Baumwoll-, Reis- und Gemüsesaatgutproduzenten. Lieferanten, die sich nachweislich an unser Kinderarbeitsverbot halten, erhalten einen Bonus und Schulungen zur landwirtschaftlichen Effizienzsteigerung. Im Falle eines Verstoßes erfolgen abgestufte Sanktionsmaßnahmen, die von einer schriftlichen Verwarnung bis zur Vertragskündigung im Wiederholungsfall reichen.

Förderung der Schulbildung als Schlüsselelement

Bayer betrachtet den Schulbesuch als elementare Entwicklungsvoraussetzung für Kinder und als ein effektives Instrument, um Kinderarbeit zu vermeiden. Daher besuchen wir auch die Eltern der Kinder, die wir auf den Feldern antreffen, um sie von der Wichtigkeit einer Schulbildung zu überzeugen. Wir fördern dies beispielsweise in Indien innerhalb unseres „Child Care Program“ mit der Initiative „Learning for Life“, deren Fokus sowohl auf der Förderung naturwissenschaftlicher Kenntnisse als auch der grundsätzlichen Berufsausbildung liegt. Dies reicht von der Wiedereingliederung in das reguläre Schulsystem bis hin zu berufsbildenden Maßnahmen. Zwischen 2005 und Ende 2017 konnten über „Learning for Life“ mehr als 6.400 Kinder und Jugendliche erreicht werden.

Dank eines strikten Kontrollsystems, unterstützt durch lokale Aufklärungs- und Bildungsinitiativen, ist die Anzahl von Fällen mit Kinderarbeit bei unseren Kontraktoren gering. Wir beenden sie gleichwohl unmittelbar und verfolgen sie durch Maßnahmen im Rahmen unseres „Child Care Program“ intensiv nach.

Beim Schutz von Kinderrechten und dem Ziel einer Saatgutproduktion ohne Kinderarbeit wird Bayer durch das mit internationalen Experten und anerkannten Fachleuten besetzte „Child Care Program Advisory Council“ unterstützt. Den Erfolg unseres umfassenden Programms messen wir anhand des Indikators: Kinderarbeitsfälle im Verhältnis zur Gesamtzahl der überprüften Arbeitskräfte in der Produktion von Baumwoll- und Gemüsesaatgut für Bayer.

Online-Ergänzung: A 1.4.2.1-7

eingeschränkt geprüft

Die Grafik informiert über die Entwicklung dieses Indikators.

Kinderarbeitsfälle im Verhältnis zur Gesamtzahl der überprüften Arbeitskräfte in der Produktion von Baumwoll- und Gemüsesaatgut für Bayer1

Kinderarbeitsfälle im Verhältnis zur Gesamtzahl der überprüften Arbeitskräfte in der Produktion von Baumwoll- und Gemüsesaatgut für Bayer (Linien- und Balkendiagramm)

1 Die Zahlen umfassen mehrere Anbauzyklen pro Anbaujahr. In Indien läuft das betrachtete Anbaujahr von Jahresmitte bis Jahresmitte des Folgejahres, in Abhängigkeit von klimatischen Bedingungen und den verschiedenen Saatgütern. Kumulierte Darstellung auf Basis der durchgeführten Kontrollgänge (mindestens 3 pro Anbausaison bei Gemüse und bis zu 6 bei Baumwolle).
2 Die Kinderarbeitsfälle 2016 / 2017 wurden überwiegend bei neuen Lieferanten in Regionen Indiens festgestellt, in denen Bayer bisher nicht aktiv war. Durch unser Engagement erwarten wir für das kommende Jahr wieder eine Reduzierung der Kinderarbeitsfälle. Dies bestätigen die ersten Zahlen für die laufende Saison 2017 / 2018.

Vergleich zum Vorjahr