Strategie, Steuerung und Management

Nach­haltig­keits­management

Für uns bedeutet Nachhaltigkeit, unsere gesellschaftliche und wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit zu sichern. In diesem Verständnis und als Teil der Konzernstrategie ist Nachhaltigkeit in unsere täglichen Arbeitsabläufe integriert. Unser Bekenntnis zum UN Global Compact Der United Nations Global Compact (UNGC) ist die weltweit größte und wichtigste Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung. Auf der Grundlage von zehn universellen Prinzipien aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung verfolgt der UNGC die Vision einer inklusiven und nachhaltigen Weltwirtschaft zum Nutzen aller Menschen, Gemeinschaften und Märkte. Mit der Verpflichtung zum UNGC ist eine jährliche Dokumentation des Unternehmensengagements zur Erreichung der zehn Prinzipien verbunden. (UNGC), zur „Responsible Care™“-Initiative sowie unser Engagement im „World Business Council for Sustainable Development“ (WBCSD), dem Weltwirtschaftsrat für nachhaltige Entwicklung, unterstreichen unser Selbstverständnis als nachhaltig handelndes Unternehmen. In unserer Nachhaltigkeitsberichterstattung folgen wir seit vielen Jahren den Leitlinien der Global Reporting Initiative ( GRI (Global Reporting Initiative) ist eine gemeinnützige Organisation, die sich für die Verbreitung und Optimierung von Nachhaltigkeitsberichterstattung einsetzt. Die GRI-Leitlinien gelten als der meistgenutzte und international anerkannteste Standard der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Diese Leitlinien werden in einem Multi-Stakeholder-Verfahren weiterentwickelt. Gegründet wurde GRI 1997 von Ceres (Coalition of environmentally responsible economies) und UNEP (dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen). ).

Bayer bekennt sich zu den UN-Nachhaltigkeitszielen („Sustainable Development Goals“, SDGs) und hat dazu eine Unternehmensposition veröffentlicht. Mit unseren Innovationen, Produkten und Dienstleistungen leisten wir einen Beitrag zur Bewältigung einiger der größten globalen Herausforderungen: Dazu zählen insbesondere die Ziele „Kein Hunger“ (SDG 2) und „Gesundheit und Wohlergehen“ (SDG 3).

Klare Verantwortlichkeiten und Strukturen definiert

Nachhaltigkeit als Teil der Konzernstrategie ist bei Bayer auf Vorstandsebene fest verankert. Für die nachhaltige Ausrichtung des Konzerns sind der Konzernvorstand für Personal, Technologie und Nachhaltigkeit in seiner Funktion als Chief Sustainability Officer und das Sustainable Development Committee (SDC) unter der Leitung der Konzernfunktion Health, Safety und Sustainability verantwortlich. Das SDC legt Ziele, Initiativen, Managementsysteme und Konzernregelungen fest und verantwortet deren Umsetzung. Die operative Umsetzung erfolgt mithilfe nicht finanzieller Ziele und Leistungskennzahlen entlang der Wertschöpfungskette. Grundlage dafür sind die Festlegung klarer Verantwortlichkeiten in der Konzernstruktur und die Ermittlung wesentlicher Handlungsfelder durch eine Materialitätsanalyse. Konzernregelungen sorgen für die Verankerung unserer Nachhaltigkeitsprinzipien im operativen Geschäft, die durch entsprechende Managementsysteme, Gremien und Prozesse umgesetzt werden. Die Überprüfung und Anpassung dieser Regelungen sowie interne Audits stellen sicher, dass unsere Managementsysteme kontinuierlich verbessert und den jeweiligen Anforderungen angepasst werden.

Aufbau des Nachhaltigkeitsmanagements

Aufbau des Nachhaltigkeitsmanagements (Grafik)

Materialitätsanalyse und Handlungsfelder

Wir analysieren regelmäßig die Erwartungen und Anforderungen unserer maßgeblichen Stakeholder und gleichen diese mit unserer Einschätzung ihrer Relevanz für Bayer ab. So können wir aktuelle Entwicklungen und nachhaltigkeitsrelevante Chancen und Risiken frühzeitig erkennen und in unsere Strategie integrieren. Die dabei ermittelten Themen dokumentieren wir in einer Materialitätsmatrix und leiten daraus die für Bayer wesentlichen Handlungsfelder ab. Vor dem Hintergrund der Trennung von Covestro und der geplanten Akquisition von Monsanto werden wir im Jahr 2018 unsere Handlungsfelder anhand einer umfassenden Materialitätsanalyse erneut überprüfen.

In der Online-Ergänzung veranschaulichen wir in einer Grafik unsere derzeitigen Handlungsfelder und ihre Zuordnung zu den Wertschöpfungsstufen.

Online-Ergänzung: A 1.2.3‑1

eingeschränkt geprüft

Handlungsfelder entlang der Wertschöpfungsstufen

Handlungsfelder entlang der Wertschöpfungsstufen (Grafik)

Auf unserer Nachhaltigkeitswebseite stellen wir in einer Übersichtstabelle unsere Handlungsfelder mit Definition sowie die entsprechenden Konzernziele und GRI-Aspekte dar. Einen ausführlichen GRI-Content-Index mit korrespondierenden UNGC-Prinzipien finden Sie unter „Weitere Informationen“.

Stakeholderdialog fördert Akzeptanz und Unternehmenserfolg

Bayer ist als Unternehmen Teil der Gesellschaft und des öffentlichen Lebens. Durch den offenen Austausch mit unseren Stakeholdern wollen wir Vertrauen in unser Handeln, unsere Produkte und den gesellschaftlichen Wert unserer Leistungen schaffen, denn die Erwartungen und Perspektiven unserer Stakeholder beeinflussen die gesellschaftliche Akzeptanz von Bayer und damit unseren Geschäftserfolg. Der Stakeholderdialog hilft uns, frühzeitig wichtige Trends und Entwicklungen in der Gesellschaft und unseren Märkten zu erkennen und bei der Gestaltung unseres Geschäfts zu berücksichtigen. Die Einbindung der verschiedenen Stakeholdergruppen wird im Rahmen unseres Stakeholder-Engagement-Prozesses geplant. Zu diesem Prozess gehört auch ein Monitoring der Ergebnisse einzelner Dialogmaßnahmen. Bei strategischen Entscheidungsprozessen, wie z. B. Investitionsprojekten und neuen Produkteinführungen, geht Bayer bereits zu Beginn eines neuen Projekts auf gesellschaftliche und politische Akteure zu und wirbt um Unterstützung. Der offene Dialog ermöglicht dabei, Chancen und Risiken rechtzeitig zu erkennen. Dieser Prozess entspricht unserer Stakeholder-Engagement-Leitlinie und wird durch eine interne Informationsplattform ergänzt.

Grundsätzlich unterscheiden wir vier Stakeholdergruppen, mit denen wir in unterschiedlichen Gesprächsformaten im Austausch stehen.

Unsere wichtigsten Stakeholdergruppen

Unsere wichtigsten Stakeholdergruppen (Grafik)

Online-Ergänzung: A 1.2.3-2

eingeschränkt geprüft

Vielfältige Anspruchsgruppen im Blick

Unser Stakeholder-Engagement-Prozess beschreibt, wie die Erwartungen der Stakeholder z. B. in ein Projekt aufgenommen und der Austausch gesteuert werden kann. Der Engagement-Prozess wird regelmäßig vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Trends überprüft.

Stakeholder-Engagement-Prozess

Stakeholder-Engagement-Prozess (Grafik)

Zielgruppenorientierte Formate der Zusammenarbeit

Unsere regelmäßigen Stakeholder-Aktivitäten reichen von Dialogen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene über die Mitarbeit in Gremien und Fachworkshops, umfassenden Informationsprogrammen, themenbezogenen Multi-Stakeholder-Veranstaltungen bis hin zur Teilnahme an internationalen Initiativen und Kooperationen.

Anhand ausgewählter Beispiele aus dem Jahr 2017 geben wir nachfolgend oder in den relevanten Kapiteln Einblick in unser Engagement bezogen auf unsere vier wichtigsten Stakeholdergruppen.

Unsere Partner

Kunden / Lieferanten

Nähere Informationen hierzu finden Sie in Kapitel „Einkauf und Lieferantenmanagement“ und Kapitel „Marketing und Vertrieb“.

Mitarbeiter

Mehr zur Mitarbeiterkommunikation lesen Sie in Kapitel „Mitarbeiter“.

Hochschulen, Schulen

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von Bayer werden um den internationalen Austausch mit führenden Hochschulen, öffentlichen Forschungseinrichtungen und Partnerunternehmen erweitert. Weitere Informationen hierzu können Sie dem Kapitel „Innovation im Fokus“ entnehmen.

Nähere Informationen zu unseren umfangreichen Aktivitäten im Dialog mit Schülern und Studenten finden Sie in der Online-Ergänzung A 1.4.1.3-1 dieses Geschäftsberichts.

Verbände

Bayer ist aktives Mitglied in zahlreichen Verbänden sowie deren Gremien oder hält Führungspositionen, wie etwa beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI; Präsidium), Verband der Chemischen Industrie (VCI; Vize-Präsidentschaft), dem Deutschen Aktieninstitut (DAI; Präsidium und Vorstand) und dem „European Chemical Industry Council“ (CEFIC; Executive Director Change Management). Bayer stellt zudem den Vorstandsvorsitzenden von econsense, dem Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft.

Unsere Segmente engagieren sich in ihren jeweiligen Fachverbänden und Gremien. Pharmaceuticals beispielsweise gehört dem Vorstand des europäischen (EFPIA) sowie des amerikanischen Pharmaverbands (PhRMA) an. Consumer Health besetzt leitende Funktionen in relevanten Industrie- und Handelsverbänden. Das hierfür zuständige Mitglied des Bayer-Vorstands gehört dem Vorstand des Weltverbands der Selbstmedikationshersteller („World Self-Medication Industry“, WSMI) an. Vertreter des Segments sitzen außerdem im Vorstand regionaler Selbstmedikationsverbände.

Crop Science gehört u. a. dem Vorstand des internationalen Pflanzenschutzverbands „CropLife International“, dem europäischen Verband „European Crop Protection Association“ (ECPA) sowie dem Präsidium des deutschen Industrieverbands Agrar an. Crop Science ist im Vorstand und im wissenschaftlichen Beirat des „European Centre for Ecotoxicology and Toxicology of Chemicals“ (ECETOC) tätig.

Außerdem unterstützt Crop Science das „International Food Information Council“ (IFIC) und ist Mitglied des weltweit größten biotechnischen Handelsverbands „Biotech Innovation Organization“ (BIO). Darüber hinaus pflegt Crop Science Mitgliedschaften in dem nordamerikanischen „Council for Biotechnology Information“ (CBI), dem Interessenverband der europäischen Saatgutindustrie „European Seed Association“ (ESA), der europäischen Lobbyorganisation der Biotechnologie „EuropaBio“ sowie der „International Seed Federation“ (ISF), welche die Interessen der Saatgutindustrie auf globalem Level vertritt.

Animal Health ist in zahlreichen Vorständen nationaler und internationaler Verbände für Tiergesundheit vertreten, so u. a. bei „Health for Animals“.

Finanzmarktteilnehmer

Investoren, Banken, Rating-Agenturen

Mehr zu unserem Dialog mit dem Kapitalmarkt – Aktionären, Kapitalanlagegesellschaften, institutionellen Investoren, Banken und Rating-Agenturen – können Sie im Kapitel „Bayer am Kapitalmarkt“ dieses Geschäftsberichts nachlesen.

Regulierer

Gesetzgeber, Behörden, Politiker

Die Rahmenbedingungen, unter denen unser Unternehmen agiert, werden im Wesentlichen von Behörden, Gesetzgebern und Politikern gestaltet. Der Dialog umfasst weltweit u. a. Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern sowie die Mitarbeit in Fachausschüssen und Kooperationsprojekten. Unsere Mitwirkung in politischen Entscheidungsprozessen ist dabei vonseiten der Akteure ausdrücklich erwünscht. Mehr zu unseren Regeln für das Engagement im politischen Raum finden Sie im Kapitel „Compliance“.

Wahrnehmung politischer Interessen

Die Grundsätze für die Ausrichtung der politischen Interessenvertretung von Bayer werden vom „Public and Governmental Affairs Committee“ des Konzerns erarbeitet. Dieses Gremium legt die Positionen des Unternehmens in Bezug auf relevante politische und gesetzgeberische Entscheidungsprozesse fest und berät den Bayer-Vorstand bei der Positionierung zu wichtigen politischen Fragestellungen. Auf globaler Ebene lag im Jahr 2017 der Fokus unserer politischen Interessenvertretung auf den Themen „Innovation“, Zugang („Access“), „Reputation“ und „Freedom to Operate“. Im Bereich „Innovation“ setzt sich Bayer für den gesellschaftlichen Diskurs über gute Rahmenbedingungen für die Entwicklung innovativer Technologien und einen starken Schutz von geistigem Eigentum ein. Der Themenkomplex „Access“ befasst sich mit dem sicheren, schnellen und einfachen Zugang von Patienten und Konsumenten zu unseren Produkten. Im Bereich „Reputation“ wollen wir Bayer als führendes Life-Science-Unternehmen positionieren. Dazu suchen wir aktiv den Austausch mit verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren, insbesondere mit Nichtregierungsorganisationen und Politikern. Unter „Freedom to Operate“ fallen alle Aktivitäten, mit denen Bayer für eine streng wissenschaftsbasierte Regulierung und eine intensive und ergebnisoffene Auseinandersetzung mit neuen Technologien eintritt. Die konkrete Umsetzung der Interessenvertretung vor Ort, das Einhalten ethischer und rechtlicher Kriterien und das Schaffen von Transparenz erfolgen durch die Ländervertretungen und die Konzernfunktion Public & Governmental Affairs.

Gesellschaftliche Interessengruppen

Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Öffentlichkeit, Nachbarn, Wettbewerber

Bayer beteiligt sich auf nationaler und internationaler Ebene an einer Vielzahl von Projekten, Stakeholderdialogen, thematischen Initiativen und Fachkonferenzen, um die gemeinsame Aufgabe einer nachhaltigen Entwicklung aktiv mitzugestalten. Dazu gehören der Austausch und die Zusammenarbeit mit einer großen Bandbreite von NGOs und supranationalen Organisationen zu unterschiedlichen Themen, aber insbesondere auch der Dialog mit der Öffentlichkeit.

NGOs tragen zum Meinungsbild der Öffentlichkeit bei. Deshalb haben wir die Zusammenarbeit mit dieser Anspruchsgruppe intern systematisiert. Hierzu werden die Interessenbereiche jeder dieser Gruppen nachvollzogen, ihre Perspektiven aufgenommen und ein Dialog mit fachlichen Ansprechpartnern geführt. Der Austausch mit den verschiedenen NGOs wird an den Vorstand kommuniziert und fließt dadurch inhaltlich in unsere Überlegungen mit ein.

Bayer engagiert sich auch aktiv im UN Global Compact, sowohl in den Initiativen „CEO Water Mandate“ und „Caring for Climate“ als auch im globalen Netzwerk des Global Compact LEAD und lokalen Netzwerken. Seit 2004 sind wir darüber hinaus als Gold-Community-Mitglied der Global Reporting Initiative aktiv.

Alle Bayer-Segmente führen offene Dialoge mit den für sie relevanten gesellschaftlichen Interessengruppen und entwickeln dazu individuelle Dialogformate.

Nachbarschaftsdialoge schaffen Vertrauen

Ein wichtiger Teil der Stakeholderdialoge wird im direkten Umfeld unserer Standorte geführt. Wir arbeiten daran, überall als verlässlicher Partner und attraktiver Arbeitgeber anerkannt zu werden, der seine gesellschaftliche Verantwortung wahrnimmt. Bei Investitionsprojekten beispielsweise ist die Einbindung der Nachbarschaft entscheidend für den Erfolg.

Insbesondere in der Umgebung unserer Produktionsstandorte pflegen wir einen offenen Dialog zwischen Nachbarn und dem Management vor Ort, das von der jeweiligen Landesorganisation unterstützt wird, so z. B. durch persönliche Gespräche mit Bürgerinitiativen, Vertretern der Kirchengemeinden und der regionalen Presse. Dieser Nachbarschaftsdialog ist in einer weltweit gültigen Konzernregelung zum Standortmanagement verankert.

Vergleich zum Vorjahr