Nachhaltiges Handeln: Sicherheit für Menschen und Umwelt

Umweltschutz

Unsere Verantwortung für den Schutz der Umwelt nehmen wir auf vielfältige Weise wahr: Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Belastungen für die Umwelt durch unsere Geschäftstätigkeit zu verringern und Produktlösungen zu entwickeln, die der Umwelt zugutekommen. Auch als reines Life-Science-Unternehmen engagiert sich Bayer weiterhin für den Klimaschutz.

Für uns ist der ressourcenschonende und emissionsarme Umgang mit Rohstoffen und Energie sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll und effizient. Diese Maßnahmen dienen der Entlastung der Umwelt und senken gleichzeitig die Kosten für Material, Energie, Emissionen und Entsorgung.

Verantwortlichkeiten und Rahmenbedingungen sind auf Konzernebene, u. a. durch Konzernregelungen sowie Ziele und Leistungskennzahlen, festgelegt. Mithilfe zertifizierter HSEQ (Health, Safety, Environment, Quality) Englische Abkürzung für Gesundheit, Sicherheit, Umweltschutz und Qualität. -Managementsysteme regeln wir die operative Umsetzung. Unsere ökologischen Standards gelten dabei weltweit.

Energieeinsatz

Bedingt durch die Entkonsolidierung von Covestro stellen wir den Energieeinsatz im Bayer-Konzern nunmehr zweigeteilt dar: mit und ohne unsere Servicegesellschaft Currenta. Currenta betreibt an den Chemparks in Deutschland eigene Kraft-Wärme-Kopplungs-Kraftwerke und verkauft den dabei erzeugten Strom und Dampf überwiegend an andere Unternehmen mit energieintensiver Produktion (u. a. Covestro). Die Aufteilung ermöglicht eine transparente Darstellung der Energienutzung im Bayer-Konzern.

Gesamtenergieeinsatz im Vergleich zum Vorjahr gesunken

Im Vergleich zum Vorjahr sank der Gesamtenergieeinsatz des Bayer-Konzerns um 1,6 % auf 25,8 Petajoule. Beim Gesamtenergieeinsatz unterscheiden wir zwischen dem Primärenergieeinsatz und dem Sekundärenergieeinsatz. Zum Primärenergieeinsatz zählen meist fossile Energieträger für die Eigenerzeugung von Strom und Dampf. Der Sekundärenergieeinsatz umfasst den Zukauf von Strom, Dampf und Kälte.

Der Gesamtenergieeinsatz von Bayer ohne Currenta sank im Berichtsjahr um 4,1 % auf 15,4 Petajoule. Der Primärenergieeinsatz von Bayer ohne Currenta sank um 15,1 %, der Sekundärenergieeinsatz stieg um 10,2 %. Auswirkungen hatte der Verkauf der Chemiepark-Infrastruktur und des damit verbundenen Kraftwerks am Crop-Science-Standort Institute, USA. Dadurch sank der Primärenergieeinsatz, im Gegenzug stieg der standortbezogene Sekundärenergieeinsatz.

Energieeinsatz im Bayer-Konzern

 

 

2013

 

2014

 

2015

 

2016

 

2017

 

 

in TJ

 

in TJ

 

in TJ

 

in TJ

 

in TJ

Werte der Vorjahre angepasst

1

z. B. Wasserstoff

2

Der Anteil der verschiedenen Primärenergieträger am eingesetzten Strom ist abhängig vom jeweiligen nationalen Strommix.

Primärenergieeinsatz Bayer ohne Currenta

 

11.647

 

10.555

 

11.347

 

9.028

 

7.661

Erdgas

 

7.410

 

7.587

 

7.822

 

6.590

 

6.447

Kohle

 

2.616

 

2.092

 

2.535

 

1.400

 

285

Flüssigbrennstoffe

 

202

 

202

 

165

 

253

 

175

Abfall

 

1.142

 

455

 

571

 

556

 

539

Andere1

 

277

 

219

 

254

 

229

 

215

Sekundärenergieeinsatz Bayer ohne Currenta

 

5.628

 

5.467

 

5.991

 

7.022

 

7.739

Strom2

 

4.009

 

4.028

 

4.323

 

4.064

 

4.075

Dampf

 

540

 

498

 

657

 

2.008

 

2.547

Dampf aus Abwärme (Prozesswärme)

 

256

 

77

 

176

 

72

 

70

Kälte

 

823

 

864

 

835

 

878

 

1.047

Gesamtenergieeinsatz Bayer ohne Currenta

 

17.275

 

16.022

 

17.338

 

16.050

 

15.400

Gesamtenergieeinsatz Currenta

 

10.697

 

10.266

 

7.339

 

10.193

 

10.432

Gesamtenergieeinsatz Bayer-Konzern

 

27.972

 

26.288

 

24.677

 

26.243

 

25.832

Durch den Betrieb der Kraftwerke setzt Currenta Primärenergie ein. Der damit erzeugte Dampf und Strom wird überwiegend an Unternehmen mit energieintensiver Produktion geliefert, mit denen Versorgungsverträge bestehen. Die Nachfrage durch diese Unternehmen unterliegt Schwankungen, die Currenta als Energiedienstleister nicht beeinflussen kann. Dies erklärt die Differenzen im Gesamtenergieeinsatz von Currenta (2017: 10,4 Petajoule, ein Anstieg um 2,3 %).

Energieeffizienz weiter verbessert

Konzernziel 2020:

Verbesserung der Energieeffizienz um 10 %

Bayer berichtet ab dem Berichtsjahr die Energieeffizienz als Verhältnis der eingesetzten Energie zum Außenumsatz – anstatt wie bisher zur produzierten Verkaufsmenge. Durch die Entkonsolidierung von Covestro ist dies die aussagekräftigere Bezugsgröße für unser Produktportfolio.

Unser Konzernziel ist es, die Energieeffizienz von Bayer ohne Currenta – ausgehend vom Basisjahr 2015 – bis zum Jahr 2020 um 10 % zu verbessern. Der Außenumsatz von Bayer ohne Currenta sank im Jahr 2017 um 0,3 %, während der Energieeinsatz um 4,1 % sank. Damit verbesserte sich unsere Energieeffizienz gegenüber dem Vorjahr um rund 3,8 %. Im Vergleich zum Basisjahr 2015 konnte die Energieeffizienz um insgesamt 12,6 % verbessert werden.

Energieeffizienz

in kWh / T € Außenumsatz

 

2013

 

2014

 

2015

 

2016

 

2017

Werte der Vorjahre angepasst

Energieeffizienz Bayer ohne Currenta

 

170,75

 

154,01

 

143,46

 

130,35

 

125,39

Energieeffizienz Bayer-Konzern

 

268,68

 

245,97

 

199,60

 

208,62

 

204,93

Hoher Anteil von Kraft-Wärme-Kopplung an der Eigenenergieerzeugung

In unserer Eigenenergieerzeugung setzen wir zu über 90 % die hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung ein. Diese wandelt ca. 80 % der eingesetzten Brennstoffenergie in die Nutzenergien Strom und Wärme um. Darüber hinaus beschaffen wir Strom am Markt, beispielsweise über Strombörsen. Die erzeugte und zugekaufte Elektrizität und Wärme werden in unseren Produktionsanlagen sowie in den Anlagen Dritter eingesetzt. Der Anteil erneuerbarer Energien wird durch den jeweiligen Energiemix unserer Energieversorger bestimmt. In unserem CDP ist eine Non-Profit-Organisation, die im Auftrag institutioneller Anleger jährlich umfassende Umweltdaten, insbesondere zu Treibhausgas-Emissionen (CDP-Climate) und Wassermanagement (CDP-Water), von über 5.000 Unternehmen weltweit erhebt und bewertet. Laut CDP beziehen gegenwärtig mehr als 800 Investoren mit einem Fondsvermögen von insgesamt rund 100 Billionen US-Dollar die Informationen in ihre Investitionsentscheidungen mit ein. (vormals Carbon Disclosure Project)-Bericht nehmen wir zu diesen Themen detailliert Stellung.

Emissionen in die Luft

Klimaschutz

Emissionen in die Luft stammen bei Bayer größtenteils aus der Erzeugung und dem Verbrauch von Strom, Dampf und Prozesswärme. Im Rahmen unseres Bayer-Klimaprogramms konnten wir vor allem durch die Fokussierung auf Produktions- und Prozessinnovationen sowie die Einführung von Energiemanagementsystemen unsere Energieeffizienz kontinuierlich verbessern. Trotz der erheblichen Ausweitung unserer Produktion gelang uns (Bayer einschließlich der energieintensiven Produktion von Covestro) zwischen 1990 und 2015 eine signifikante Minderung der absoluten Treibhausgas-Emissionen um etwa 30 %. Unsere Erfolge haben wir in den CDP-Berichten dokumentiert und erhielten 2017 dafür erneut den Leadership-Status, womit wir die Topbewertung der Vorjahre bestätigen konnten.

Auch als reines Life-Science-Unternehmen wollen wir weiterhin auf mehreren Ebenen positive Beiträge zum Klimaschutz und zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels leisten. Dazu gehört die Reduzierung unserer produktionsbedingten Emissionen mit Zielen zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Senkung der spezifischen Treibhausgas(THG)-Emissionen. In Zukunft wollen wir unser Engagement stärker auf die Emissionsminderung in Nicht-Produktionsbereichen richten. Hierzu zählen für uns u. a. unsere Fahrzeugflotte (Sustainable-Fleet-Initiative), die Prüfung des Einsatzes von Elektrofahrzeugen (E-Mobility-Programme) sowie die Optimierung der Logistik und die Weiterentwicklung unserer Informations- und Kommunikationstechnologien unter Umweltgesichtspunkten (Green-IT). Darüber hinaus prüfen wir weitere Einsparpotenziale bei THG-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette, so z. B. bei der Frage, ob hochmoderne Züchtungstechniken und innovative Lösungen für Präzisionslandwirtschaft zu einem geringeren CO2-Fußabdruck in der Landwirtschaft beitragen können.

Online-Ergänzung: A 1.4.3.3‑1

eingeschränkt geprüft

Auch bei unserer über 25.000 Fahrzeuge umfassenden globalen Konzernfahrzeugflotte arbeiten wir weiter an der Reduktion unserer CO2-Emissionen. Diese stiegen bei den im Berichtsjahr knapp über 4.200 weltweit neu zugelassenen Fahrzeugen auf 157 g / km (2016: 145 g / km). Das Ziel im Rahmen unserer „Sustainable Fleet“-Initiative ist die Senkung der durchschnittlichen CO2-Emissionen auf 110 g / km für die im Jahr 2020 neu zugelassenen Fahrzeuge. 2018 werden wir dazu u. a. unsere Pilotprojekte zur Elektromobilität verstärken.

Transparenz bei Treibhausgas-Emissionen

Bayer berichtet alle Treibhausgas(THG)-Emissionen nach den Vorgaben des GHG-Protokoll (Greenhouse Gas Protocol) Hat sich als das internationale Berechnungsinstrument zur Erfassung, Quantifizierung und Berichterstattung von Treibhausgasen etabliert. Die Standards umfassen alle Emissionen innerhalb einer Wertschöpfungskette. Hierbei richtet sich Bayer nach dem „Corporate Standard“ für die direkt (Scope 1) und indirekt erzeugten (Scope 2) Treibhausgas-Emissionen sowie nach dem „Corporate Value Chain (Scope 3) Accounting and Reporting Standard“, der weitere indirekte Emissionen entlang der Wertschöpfungskette umfasst. Mit der Aktualisierung der GHG-Richtlinien zu Scope 2 wurde 2015 eine duale Berichterstattung eingeführt. Danach müssen die indirekten Emissionen sowohl nach der standortbezogenen (location-based) als auch der marktorientierten (market-based) Methode berichtet werden. Die standortbezogene Methode nutzt die regionalen oder nationalen durchschnittlichen Emissionsfaktoren, die marktorientierte Methode hingegen berücksichtigt die in den Nachweisinstrumenten enthaltenen anbieter- oder produktspezifischen Emissionsfaktoren. (GHG-Protokoll). Die direkten Emissionen aus eigenen Kraftwerken, Abfallverbrennungs- und Produktionsanlagen (Scope 1) sowie die indirekten Emissionen aus dem Bezug von Strom, Dampf und Kälte (Scope 2) werden an allen Produktionsstandorten sowie an relevanten Forschungs- und Verwaltungsstandorten erhoben.

Bayer berichtet nach der aktualisierten Richtlinie des GHG-Protokolls zu Scope 2, nach der die indirekten Emissionen sowohl nach der standortbezogenen als auch der marktorientierten Methode angegeben werden müssen.

Treibhausgas-Emissionen des Bayer-Konzerns

in Mio. t CO2-Äquivalenten

 

2013

 

2014

 

2015

 

2016

 

2017

Werte der Vorjahre angepasst

1

2017 waren 94,86 % der Emissionen CO2-Emissionen, 3,69 % N2O-Emissionen, knapp 0,64 % teilfluorierter Kohlenwasserstoff sowie 0,08 % Methan.

2

Typischerweise macht CO2 bei Verbrennungsprozessen mehr als 99 % aller Treibhausgas-Emissionen aus. Daher beschränken wir uns bei der Berechnung der indirekten Emissionen auf CO2 und weisen die direkten Emissionen in CO2-Äquivalenten aus.

3

Die marktorientierte Methode des Scope‑2-GHG-Protokolls spiegelt die indirekten Emissionen sowie den Erfolg von Emissionsreduktionsmaßnahmen am verlässlichsten wider, darum haben wir für die Berechnungen der gesamten und spezifischen Treibhausgas-Emissionen die nach der marktorientierten Methode berechneten Emissionsvolumina benutzt.

4

Die spezifischen Konzernemissionen errechnen sich aus der Gesamtmenge an direkten und nach der marktorientierten Methode des Scope-2-GHG-Protokolls berechneten indirekten Emissionen sowie Emissionen aus der Fahrzeugflotte dividiert durch den Außenumsatz. Von den direkten und indirekten Emissionen werden dabei die Mengen abgezogen, die aus Energielieferungen an dritte Firmen stammen.

Direkte Emissionen1

 

3,16

 

2,95

 

3,16

 

2,97

 

2,50

Bayer ohne Currenta

 

0,73

 

0,69

 

0,91

 

0,73

 

0,61

Indirekte Emissionen2 nach der standortbezogenen Methode

 

1,65

 

0,97

 

1,86

 

1,53

 

1,28

Bayer ohne Currenta

 

0,76

 

0,58

 

0,97

 

0,88

 

1,05

Indirekte Emissionen2 nach der marktorientierten Methode

 

1,25

 

1,11

 

1,46

 

1,67

 

1,13

Bayer ohne Currenta

 

0,74

 

0,66

 

0,96

 

0,93

 

0,97

Gesamte Treibhausgas-Emissionen nach der marktorientierten Methode3

 

4,40

 

4,06

 

4,62

 

4,64

 

3,63

Bayer ohne Currenta

 

1,47

 

1,35

 

1,87

 

1,66

 

1,58

Spezifische Treibhausgas-Emissionen Bayer ohne Currenta (kg CO2e / T € Außenumsatz), marktorientierte Methode3,4

 

52,18

 

46,84

 

55,70

 

48,45

 

46,26

Entsprechend dem GHG-Protokoll nehmen wir alle THG-Emissionen aus der Umwandlung von Primärenergieträgern in Strom, Dampf oder Kälte in unsere Energiebilanz auf. Dies gilt auch für Emissionen unserer Servicegesellschaft Currenta, die Energie auch für andere Firmen in den deutschen Chemparks Leverkusen, Uerdingen und Dormagen erzeugt und auf die damit ein wesentlicher Anteil unserer direkten Emissionen entfällt. Die THG-Emissionen des Bayer-Konzerns liegen dadurch deutlich höher als die Emissionen, die sich aus der reinen Geschäftstätigkeit von Bayer ohne Currenta ergeben.

Der Bayer-Konzern verzeichnete 2017 einen Rückgang der gesamten THG-Emissionen um 21,8 %. Die gesamten THG-Emissionen von Bayer ohne Currenta sanken 2017 um 4,8 %.

Die direkten Emissionen reduzierten sich konzernweit um 15,8 %. Dies war hauptsächlich bedingt durch die Revision eines Kohlekessels am Standort Uerdingen, Deutschland, sowie durch den Verkauf der Chemiepark-Infrastruktur (inkl. des zugehörigen Kraftwerks) am Crop-Science-Standort Institute, USA. Die indirekten Emissionen (marktorientierte Methode) sanken um 32,4 %.

Konzernziel 2020:

Reduktion der spezifischen Treibhausgas-Emissionen um 20 %

Analog der Berichterstattung über unsere Energieeffizienz haben wir 2017 auch die Berechnungsmethodik für unsere spezifischen Treibhausgas-Emissionen angepasst. Wir stellen sie als Verhältnis der THG-Emissionen von Bayer ohne Currenta zum entsprechenden Außenumsatz dar. Bis 2020 wollen wir unsere spezifischen Treibhausgas-Emissionen verglichen mit 2015 um 20 % senken.

Im Jahr 2017 sanken die spezifischen THG-Emissionen von Bayer ohne Currenta gegenüber dem Vorjahr um 4,5 %.

Mit dem GHG-Protokoll „Corporate Value Chain (Scope 3) Accounting & Reporting Standard“ wird das Reporting für alle relevanten indirekten Emissionen aus der Wertschöpfungskette verbindlich geregelt. Bayer hat acht wesentliche Scope‑3-Kategorien identifiziert, die wir im CDP-Bericht ausführlich darstellen.

2017 nahm der Bayer-Konzern mit insgesamt elf Anlagen am europäischen Emissionshandel teil. Die CO2-Emissionen dieser Anlagen beliefen sich auf ca. 1,85 Mio. t.

Weitere direkte Emissionen in die Luft gesunken

Der Ausstoß an ozonabbauenden Substanzen („Ozone Depleting Substances“, ODS) sank 2017 um 3,1 %, die Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen ohne Methan („Volatile Organic Compounds“, VOC) um 5,0 %. Dies ist im Wesentlichen auf den Verkauf eines Standorts in Frankreich zurückzuführen sowie auf unsere Maßnahmen zur Abluftreinigung in Vapi, Indien.

Online-Ergänzung: A 1.4.3.3‑2

eingeschränkt geprüft

Hauptemittent beider Emissionsarten ist der Crop-Science-Standort in Vapi, Indien, der 97,4 % der ODS-Emissionen und 67,9 % der Emissionen an VOC bei Bayer ausmacht. Um diese Emissionen signifikant zu reduzieren, hat Bayer vor fünf Jahren an diesem Standort ein Projekt initiiert mit dem Ziel, die zahlreichen dortigen Emissionsquellen in einer zentralen Abluftreinigung zusammenzuführen. 2018 soll das letzte Teilprojekt umgesetzt werden.

Die weiteren Luftemissionen im Konzern wurden durch die Revision einer Kraftwerksanlage am Standort Uerdingen, Deutschland, positiv beeinflusst. Der Ausstoß von Schwefeldioxiden sank um 4,4 %, die Staubemissionen um 8,0 % und die Kohlenstoffmonoxid-Emissionen um 7,5 %.

Weitere direkte Emissionen in die Luft

 

 

2013

 

2014

 

2015

 

2016

 

2017

 

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

Werte der Vorjahre angepasst

1

Ozonabbauende Substanzen, Ozone Depleting Substances (ODS), in CFC‑11-Äquivalenten

2

Flüchtige organische Verbindungen, Volatile Organic Compounds (VOC), ohne Methan

ODS1

 

0,0149

 

0,0142

 

0,0113

 

0,0088

 

0,0086

VOC2

 

2,08

 

1,84

 

1,38

 

0,92

 

0,87

CO

 

0,62

 

0,57

 

0,60

 

0,66

 

0,61

NOX

 

1,68

 

1,53

 

1,60

 

1,50

 

1,52

SOX

 

1,26

 

1,16

 

1,13

 

0,96

 

0,92

Staub

 

0,07

 

0,06

 

0,06

 

0,06

 

0,06

Zahl der Umweltereignisse gesunken

Anzahl der Umweltereignisse

Anzahl der Umweltereignisse (Balkendiagramm)

Die Zahl der Umweltereignisse – also Vorkommnisse, bei denen es zum Austritt von Stoffen in die Umwelt kommt – ist im Berichtsjahr von drei auf zwei gesunken. Bei einem Ereignis kam es zu Personenschaden. Faktoren für die Berichtspflicht sind insbesondere Art und Menge des Stoffs, die entstandene Schadenshöhe oder etwaige Folgen für die Anwohner. Gemäß unserer internen Selbstverpflichtung berichten wir bei austretenden Stoffen mit einem hohen Gefährdungspotenzial ab einer Menge von 100 kg.

Bei den Umweltereignissen handelt es sich in beiden Fällen um Transportereignisse. Details zu den Umwelt- und Transportereignissen 2017 finden Sie im Kapitel Transportereignisse unter der Online-Ergänzung A 1.4.3.2‑5.

Wassernutzung und Emissionen in das Wasser

Sauberes Wasser in ausreichenden Mengen ist eine Voraussetzung für die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen. Deshalb ist es entscheidend, dass industrielle Wassernutzung auch künftig nicht zu lokalen Problemen führt, wie z. B. Wasserknappheit für die Bevölkerung vor Ort. In unserer Position zum Thema Wasser verpflichten wir uns zur Einhaltung internationaler und lokaler Gesetze, um die Ressource Wasser zu schützen und effizient zu nutzen. Derzeit finalisieren wir unsere „Water Stewardship“-Strategie, in der wir unsere Maßnahmen zum Thema Wasser bündeln und weiterentwickeln.

Konzernziel 2017:

Einführung eines Wassermanagements an allen Standorten in wasserarmen Regionen

An allen Bayer-Standorten in wasserarmen bzw. von Wasserknappheit bedrohten Regionen, die anhand des WBCSD Global Water Tools™ identifiziert wurden, haben wir gemäß unserem Konzernziel zwischen 2013 und 2017 ein Wassermanagement eingeführt. Mithilfe einer bei Bayer entwickelten Methode haben wir die Standortdaten zur Wassernutzung, -qualität und -ableitung jährlich analysiert und daraus standortspezifische Maßnahmen zur Einführung und Verbesserung des Wassermanagements abgeleitet.

Bayer unterstützt das „CEO Water Mandate“ des UN Global Compact Der United Nations Global Compact (UNGC) ist die weltweit größte und wichtigste Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung. Auf der Grundlage von zehn universellen Prinzipien aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung verfolgt der UNGC die Vision einer inklusiven und nachhaltigen Weltwirtschaft zum Nutzen aller Menschen, Gemeinschaften und Märkte. Mit der Verpflichtung zum UNGC ist eine jährliche Dokumentation des Unternehmensengagements zur Erreichung der zehn Prinzipien verbunden. , um in Zusammenarbeit mit wesentlichen Stakeholdern nachhaltige Lösungsansätze im Umgang mit Wasser zu entwickeln. Über unseren Umgang mit Wasser und den unternehmensbezogenen „Water Footprint“ berichten wir ausführlich in unserer jährlichen Antwort zum „CDP Water Disclosure“, die einer Fortschrittsmitteilung für das „CEO Water Mandate“ entspricht.

Wassereinsatz

Der Gesamtwassereinsatz betrug 2017 im Bayer-Konzern 98 Mio. m3 (2016: 93 Mio. m3). Etwa 50 % des gesamten von Bayer eingesetzten Wassers wird als Kühlwasser verwendet, das sich in diesem Prozess ausschließlich erwärmt, aber nicht mit Produkten in Kontakt kommt. Eine Rückführung in den Wasserkreislauf ist im Rahmen der behördlichen Genehmigungsvorgaben ohne weitere Behandlung möglich.

An unseren Produktionsstandorten sind wir bestrebt, Wasser mehrfach zu nutzen und wiederaufzubereiten. An 17 Standorten, die für 48 % des gesamten Wassereinsatzes stehen, wird derzeit Wasser recycelt. Dies beinhaltet z. B. geschlossene Kühlwasserkreisläufe, die Wiederverwendung von gereinigtem Abwasser oder die Rückführung von Dampfkondensaten als Prozesswasser. Im Berichtsjahr konnten insgesamt 6,9 Mio. m3 Wasser wiederverwendet werden.

Online-Ergänzung: A 1.4.3.3‑3

eingeschränkt geprüft

Wassernutzung im Bayer-Konzern 2017 (in Mio. m³)

Wassernutzung im Bayer-Konzern 2017 (in Mio m3) (Grafik)

1 Zwischen dem Wasserbezug und den abgeleiteten Wassermengen ergeben sich Differenzen, die sich u. a. erklären lassen durch nicht näher bezifferte Verdunstungsverluste, Leckagen, Wassermengen, die als Rohstoffe in Produkte einfließen, und Kondensatwassermengen, die aus der Nutzung von Dampf als Energieträger entstehen.
2 Summe aus Produktionsprozessen, Sanitärabwasser, Spülungen und Reinigungen in der Produktion

Die Wassermengen je Bezugsquelle bewegten sich in den letzten fünf Jahren in den üblichen Schwankungsbreiten.

Online-Ergänzung: A 1.4.3.3‑4

eingeschränkt geprüft
Nettoaufnahme von Wasser nach Bezugsquelle

 

 

2013

 

2014

 

2015

 

2016

 

2017

 

 

in Mio. m3

 

in Mio. m3

 

in Mio. m3

 

in Mio. m3

 

in Mio. m3

Werte der Vorjahre angepasst

Wassereinsatz

 

117

 

104

 

110

 

93

 

98

Davon aus Oberflächengewässern

 

64

 

58

 

59

 

43

 

46

Davon aus Bohrungen / Quellen

 

50

 

43

 

48

 

47

 

49

Davon aus öffentlicher Trinkwasserversorgung

 

1

 

1

 

1

 

1

 

1

Davon aus anderen Quellen, z. B. Regenwasser

 

2

 

2

 

2

 

2

 

2

Abwasser

Die Gesamtmenge der Abwässer, die Prozess- und Hygieneabwasser enthält, betrug im Berichtsjahr 23 Mio. m3 und stieg damit um 5,1 % gegenüber dem Vorjahr. Alle Abwässer unterliegen einer strengen Kontrolle, bevor sie in die unterschiedlichen Entsorgungswege geleitet werden. Weltweit wurden 75,9 % aller Abwässer in einer Abwasserbehandlungsanlage von Bayer oder Dritten gereinigt. Der Rest wurde nach sorgfältiger Prüfung entsprechend behördlichen Vorgaben als umweltverträglich eingestuft und dem natürlichen Wasserkreislauf wieder zugeführt.

Prozess-Abwassermenge in Mio. m3

Prozess-Abwassermenge (Balkendiagramm)

Wir wollen unsere Emissionen in das Abwasser so gering wie möglich halten. 2017 sanken die meisten unserer Wasseremissionen. Am Standort Dormagen, Deutschland, stieg allerdings die Einleitung von Stickstoff aufgrund eines geänderten Produktionsportfolios um 32 %. Wir nutzten im Berichtsjahr auch andere Wege für die Entsorgung von produkthaltigem Abwasser, wie Verbrennung, Destillierung oder chemische Behandlung.

Emissionen ins Wasser

 

 

2013

 

2014

 

2015

 

2016

 

2017

 

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

Werte der Vorjahre angepasst

1

Total Organic Carbon (gesamter organisch gebundener Kohlenstoff)

2

Chemischer Sauerstoffbedarf, rechnerischer Wert auf Basis der TOC-Werte (TOC x 3 = CSB)

Phosphor

 

0,08

 

0,06

 

0,06

 

0,05

 

0,04

Stickstoff

 

0,40

 

0,48

 

0,38

 

0,30

 

0,40

TOC1

 

0,91

 

0,58

 

0,54

 

0,54

 

0,39

Schwermetalle

 

0,0043

 

0,0028

 

0,0021

 

0,0021

 

0,0019

Anorganische Salze

 

233

 

178

 

202

 

184

 

188

CSB2

 

2,73

 

1,74

 

1,63

 

1,62

 

1,17

Abfall und Recycling

Durch systematisches Abfallmanagement halten wir Materialverbräuche und Entsorgungsmengen auf einem möglichst geringen Niveau. Dazu tragen nach Abfallarten getrennte, sichere Entsorgungswege und ökonomisch sinnvolle Recyclingverfahren bei. Einfluss auf die Abfallmengen und Verwertungswege haben außerdem Produktionsschwankungen und Sanierungsarbeiten an Gebäuden und auf Betriebsgeländen. Entsprechend den Konzernregelungen sind alle Produktionsstandorte verpflichtet, Abfälle zu vermeiden, zu recyceln, zu reduzieren sowie sicher und umweltgerecht zu entsorgen.

Abfallmengen erhöht

2017 stieg die Gesamtmenge des erzeugten Abfalls um 9,9 %. Durch diverse Bauaktivitäten am Standort Wuppertal, Deutschland, nahm die Menge des nicht gefährlichen Abfalls um 5,5 % zu. Die Menge des gefährlichen Abfalls stieg um 13,3 %, insbesondere aufgrund von Abrissarbeiten am Standort Belford Roxo, Brasilien. Die Menge an gefährlichem Abfall aus der Produktion stieg um rund 5,7 %, hauptsächlich bedingt durch Änderungen im Produktionsportfolio am Standort Dormagen, Deutschland.

Erzeugter1 Abfall

 

 

2013

 

2014

 

2015

 

2016

 

2017

 

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

Werte der Vorjahre angepasst

1

Nur von Bayer erzeugter Abfall

2

Definition von gefährlichem Abfall entsprechend der jeweiligen lokalen Gesetzgebung

Gesamtabfallerzeugung

 

729

 

718

 

759

 

770

 

846

davon gefährlicher Abfall2

 

363

 

377

 

431

 

428

 

485

davon gefährlicher Abfall aus der Produktion2

 

316

 

335

 

381

 

394

 

417

Die Menge der entsorgten Abfälle ist insgesamt um 9,3 % gestiegen. Die Mengenverteilung in den drei Hauptentsorgungsarten (Deponie, Verbrennung, Verwertung) ist in den vergangenen fünf Jahren ähnlich geblieben. 25 % der entsorgten Abfälle konnten wiederverwertet werden.

Online-Ergänzung: A 1.4.3.3‑5

eingeschränkt geprüft
Abfall nach Entsorgungsart

 

 

2013

 

2014

 

2015

 

2016

 

2017

 

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

Werte der Vorjahre angepasst

1

Abfälle können auch an Standorten zwischengelagert werden. Deshalb ist die Menge der entsorgten Abfälle leicht unterschiedlich zu den Abfällen, die von Bayer erzeugt wurden.

2

Als Verwertung sind Verfahren zu verstehen, bei denen Abfälle wiederverwertet oder einem Recycling zugeführt werden.

3

z. B. Abgabe an Dritte (Provider/Entsorgungsdienstleister)

4

Nur von Bayer erzeugter Abfall, Definition von gefährlichem Abfall entsprechend der jeweiligen lokalen Gesetzgebung

Gesamtmenge entsorgten Abfalls1

 

744

 

720

 

768

 

769

 

840

davon zur Deponie

 

255

 

216

 

228

 

247

 

314

davon zur Verbrennung

 

267

 

274

 

272

 

227

 

210

davon zur Verwertung2

 

210

 

216

 

241

 

228

 

214

Andere3

 

12

 

14

 

27

 

67

 

102

Gesamtmenge entsorgten gefährlichen Abfalls4

 

363

 

377

 

431

 

428

 

485

davon zur Deponie

 

51

 

63

 

73

 

63

 

99

davon zur Verbrennung / Verwertung

 

312

 

314

 

358

 

365

 

386

Unsere Servicegesellschaft Currenta dient an den Chemparks in Deutschland als zertifizierter Abfallentsorgungsbetrieb und entsorgt dort zusätzlich zu seinen Abfällen auch die Abfälle dritter Firmen, die nicht zu Bayer gehören. Die von Currenta betriebenen Abfallverbrennungsanlagen gewannen 2017 fast 800.000 t Dampf aus der Verbrennung von mehr als 210.000 t gefährlichen Abfalls aus den Chemparks und einigen externen Produktionsfirmen.

Recycling

Bei einem Großteil unserer Materialien sind Wiederverwertung und Aufbereitung aufgrund gesetzlicher Bestimmungen nicht möglich, insbesondere bei Arznei- und Pflanzenschutzmitteln. Innerhalb des gesetzlichen Rahmens nutzen wir in unseren Unternehmensbereichen Möglichkeiten für die Wiederverwertung.

Online-Ergänzung: A 1.4.3.3‑6

eingeschränkt geprüft

Pharmaceuticals, Consumer Health und Animal Health

Produktionsbezogen erfolgt Recycling nach den Vorgaben des jeweiligen Produktionsstandorts. Bei pharmazeutischen Produkten, deren Entsorgung strengen Sicherheitskriterien unterliegt, kommt für das Portfolio der genannten Segmente kein Recycling infrage. Das Recycling von Verpackungsmaterialien erfolgt gemäß den nationalen Bestimmungen im Rahmen der landesspezifischen Infrastruktur für die Entsorgung von Abfällen.

Crop Science

Stoffbezogenes Recycling spielt bei der Wirkstoff- und Zwischenprodukt-Herstellung von Crop Science eine wichtige Rolle und wird individuell am Produktionsstandort geregelt. Lösungsmittel, Katalysatoren und Zwischenprodukte werden immer wieder aufgearbeitet und dem Produktionsprozess zugeführt. In der globalen Verfahrensentwicklung für Wirkstoffe und Zwischenprodukte wird das stoffliche Recycling als ein wichtiges Entwicklungskriterium miteinbezogen.

Die Entsorgung bzw. das Recycling von Verpackungsmaterialien erfolgt entsprechend nationalen Gesetzgebungen. In vielen Ländern ohne gesetzliche Regelung hat die Industrie in Zusammenarbeit mit anderen Trägern Rücknahmesysteme installiert.

Abgelaufene Pflanzenschutzmittel, sogenannte „obsolete stocks“, werden in Einzelfällen zurückgenommen. Seitens der Pflanzenschutzmittel-Industrie gibt es in verschiedenen Ländern freiwillige Initiativen zur fachgerechten Entsorgung abgelaufener Pflanzenschutzmittel. Zusätzlich unterstützt Crop Science im Rahmen seiner Aktivitäten im CropLife-Verband zusammen mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und der Weltbank die fachgerechte Aufnahme und Entsorgung von „obsolete stocks“ in Afrika.

Vergleich zum Vorjahr